30.06.2009 - Hitzewarnung für Landkreis Mittelsachsen: Ausreichend trinken und Pausen machen
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Aufgrund einer Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes weist das Gesundheitsamt der Landkreisverwaltung auf bestimmte Verhaltensregeln hin.
Der Deutsche Wetterdienst hat eine Hitzewarnung bis Morgen, Mittwoch 1. Juli 19 Uhr, für den Landkreis Mittelsachsen herausgegeben: Bei gefühlten Temperaturen von über 31 Grad (morgen 32 Grad) Celsius wird eine starke Wärmebelastung bis zu einer Höhe von 200 Metern erwartet.
Das Gesundheitsamt der Landkreisverwaltung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Hitze bestimmte Verhaltensregeln das Leben leichter machen. Außerdem sollten sich ältere Menschen und chronisch Kranke mehr Ruhepausen gönnen und vor allem regelmäßig und ausreichend trinken.
Die Tipps noch einmal im Einzelnen:
- Ausreichend trinken. Je wärmer es wird, desto größer ist der Wasserverlust. Normalerweise gibt der Körper täglich 400 bis 600 Milliliter über die Haut ab, bei hohen Temperaturen sind es auch ohne schweißtreibende Aktivitäten mehrere Liter. Kommen während einer Hitzeperiode Fieber, Durchfall oder Erbrechen hinzu, besteht die Gefahr, dass der Körper austrocknet. Darum im Sommer die wichtigste Regel: ausreichend trinken. Wasser, Schorlen oder ungesüßte Tees gleichen den Wasserverlust aus. Auch Obst und Gemüse mit hohem Wasseranteil helfen, ein Defizit zu vermeiden. Vor allem Ältere vergessen jedoch oft das ausreichende Trinken, auch ihr Durstempfinden funktioniert nicht immer reibungslos. Austrocknung beeinträchtigt in jedem Fall den Kreislauf, die Nieren und kann zu einem Zusammenbruch führen. Deshalb: Trinken, bevor der Durst kommt – der ist immer schon ein Alarmsignal des Körpers.
- Wie erkennt man einen Flüssigkeitsmangel? Neben Schlappheit zeigen sich unter anderem Symptome wie eine steigende Körpertemperatur oder Furchen auf der Zunge. Ein Test: Wenn man die Haut auf den Unterarmen zusammen kneift und sie, statt sich sofort zurückzuziehen, stehen bleibt, könnte ein Wassermangel die Ursache sein. Wichtig bei der Behebung: Bei jüngeren Leuten gleichen sich Flüssigkeitsdefizite relativ schnell aus, bei älteren Menschen kann das mehrere Tage dauern. Bei zu schnellem Ersatz besteht bei ihnen die Gefahr der Überwässerung, die wiederum lebensbedrohlich werden kann. Deshalb rechtzeitig auf ausreichendes Trinken achten – und in Zweifelsfällen unbedingt den Arzt fragen.
- Weitere Tipps, um die Hitze gut zu überstehen:
- Fettarm essen, um den Körper nicht zu belasten.
- Bei der Zubereitung darauf achten, wie hitzeempfindlich die Lebensmittel sind. Hygiene ist bei hohen Temperaturen noch wichtiger, die Kühlkette darf nicht unterbrochen worden.
- Zimmer möglichst kühl halten, regelmäßig lüften. Abdunkeln hilft.
- Angemessene Kleidung tragen, am besten luftig geschnitten und aus angenehmen Materialien wie Leinen.
- Große körperliche Anstrengungen vermeiden. Sport lieber in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen und es auch dabei langsam angehen lassen.
- Daran denken, wie schnell sich Autos aufheizen: Kinder und Hunde darum nicht allein im Fahrzeug lassen, während man rasch zum Einkaufen geht.
- An ausreichenden Sonnenschutz denken, lieber langsam im Schatten bräunen als irreparable Hautschäden zu riskieren.
- Das Hitzewarnsystem in Sachsen: Das Sächsische Staatsministerium für Soziales hat ein Hitzewarnsystem eingerichtet, das in Sachsen im August 2005 gestartet ist. Vom Deutschen Wetterdienst kommt bei entsprechendem Wetter eine Warnmeldung, die per SMS an die Heimaufsichten der Regierungspräsidien und die Sächsische Krankenhausgesellschaft weitergeleitet wird. Diese wiederum informieren alle Einrichtungen in ihrem Zuständigkeitsbereich per E-Mail. Ebenfalls informiert werden die Gesundheitsämter der Landkreisverwaltungen und die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen. Auf diesem Wege können Institutionen frühzeitig Vorkehrungen treffen, um besonders gefährdete Personen zu schützen, etwa durch Kontrollen der Flüssigkeitsaufnahme oder Anpassung der Medikation. Ausschlaggebend ist nicht die gemessene, sondern die gefühlte Temperatur, es werden außerdem Faktoren wie Jahreszeit und Region (Beispiel Höhenlage) eingerechnet. Gewarnt wird täglich für den aktuellen und den Folgetag, um auch auf kurzfristige Entwicklungen reagieren zu können